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Der größte Effizienzhebel ist nicht die Maschine – sondern der Mensch

Michael Kunze, Geschäftsführer der MKey Solution GmbH und Experte für Industrie-Digitalisierung, stellt heraus, warum der Mensch in der Produktion nach wie vor als entscheidender Faktor anzusehen ist:

„Heute ist die industrielle Produktion so automatisiert wie nie zuvor. Unternehmen investieren in leistungsfähigere Maschinen, vernetzte Anlagen und intelligente Software, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei entsteht jedoch häufig ein blinder Fleck: Während Maschinen kontinuierlich optimiert werden, bleibt das Potenzial der Mitarbeitenden auf dem Shopfloor vielfach ungenutzt. Dabei entscheidet gerade ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Fähigkeit, auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren, maßgeblich über Qualität, Produktivität und Liefertreue. Wer die Effizienz seiner Produktion nachhaltig steigern möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich in Technik investieren – sondern vor allem in die intelligente Unterstützung der Menschen, die täglich mit ihr arbeiten."

Michael Kunze, Geschäftsführer der MKey Solution GmbH und Experte für Industrie-Digitalisierung, stellt heraus, warum der Mensch in der Produktion nach wie vor als entscheidender Faktor anzusehen ist: 

„Heute ist die industrielle Produktion so automatisiert wie nie zuvor. Unternehmen investieren in leistungsfähigere Maschinen, vernetzte Anlagen und intelligente Software, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dabei entsteht jedoch häufig ein blinder Fleck: Während Maschinen kontinuierlich optimiert werden, bleibt das Potenzial der Mitarbeitenden auf dem Shopfloor vielfach ungenutzt. Dabei entscheidet gerade ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Fähigkeit, auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren, maßgeblich über Qualität, Produktivität und Liefertreue. Wer die Effizienz seiner Produktion nachhaltig steigern möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich in Technik investieren – sondern vor allem in die intelligente Unterstützung der Menschen, die täglich mit ihr arbeiten.

Technologie entfaltet ihren Nutzen erst durch den Menschen

Moderne Fertigung ist geprägt von einer hohen Variantenvielfalt, kürzeren Produktlebenszyklen und steigenden Qualitätsanforderungen. Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel und demografischer Wandel den Druck auf produzierende Unternehmen. Erfahrene Mitarbeitende verlassen die Betriebe, während neue Fachkräfte immer schneller produktiv werden müssen. Genau an dieser Stelle zeigt sich die Grenze klassischer Automatisierung: Selbst die modernste Anlage kann ihr Potenzial nicht ausschöpfen, wenn Arbeitsabläufe unnötig komplex sind oder wichtiges Prozesswissen ausschließlich in den Köpfen einzelner Mitarbeitender steckt. Digitale Werkerassistenz verfolgt deshalb einen anderen Ansatz. Sie ersetzt den Menschen nicht, sondern unterstützt ihn genau dort, wo Informationen zum richtigen Zeitpunkt benötigt werden. Arbeitsanweisungen werden kontextbezogen bereitgestellt, Montageschritte visuell dargestellt und Prozesse in Echtzeit begleitet. Das reduziert Fehler, verkürzt Einarbeitungszeiten und sorgt dafür, dass auch komplexe Aufgaben sicher und reproduzierbar ausgeführt werden können. Die eigentliche Stärke dieser Systeme liegt jedoch darin, Erfahrungswissen zu digitalisieren und dauerhaft verfügbar zu machen. Aus individuellem Know-how wird unternehmensweites Prozesswissen.

Shopfloor wird zur wichtigsten Datenquelle

Mit der Einführung digitaler Werkerassistenz verändert sich nicht nur die Unterstützung der Mitarbeitenden, sondern auch die Sicht auf Produktionsprozesse. Jeder Arbeitsschritt wird dokumentiert und liefert wertvolle Informationen über Abläufe, Bearbeitungszeiten oder wiederkehrende Fehlerquellen. Erstmals entsteht ein transparentes Bild darüber, wie Prozesse tatsächlich ablaufen – unabhängig davon, ob sie an unterschiedlichen Arbeitsstationen, in verschiedenen Schichten oder von unterschiedlichen Mitarbeitenden ausgeführt werden. Diese Transparenz eröffnet neue Möglichkeiten der Optimierung. Unternehmen können erkennen, welche Arbeitsweisen besonders effizient sind, wo Engpässe entstehen oder welche Prozessschritte regelmäßig zu Qualitätsproblemen führen. Best Practices lassen sich datenbasiert identifizieren und auf andere Bereiche übertragen. Damit wird Digitalisierung zu weit mehr als der Vernetzung von Maschinen. Sie schafft die Grundlage für kontinuierliche Verbesserungen, die unmittelbar am Arbeitsplatz entstehen und sich messbar auf Qualität, Ausschuss und Produktivität auswirken.

Smart Factory braucht den Smart Worker

Die Fabrik der Zukunft zeichnet sich nicht dadurch aus, dass der Mensch aus dem Produktionsprozess verschwindet. Vielmehr wird seine Rolle anspruchsvoller. Routinetätigkeiten werden zunehmend automatisiert, während Fachkräfte komplexe Entscheidungen treffen, Prozesse überwachen und kontinuierliche Verbesserungen vorantreiben. Damit diese Entwicklung gelingt, benötigen sie Werkzeuge, die Informationen verständlich aufbereiten und sie im Arbeitsalltag gezielt unterstützen. Digitale Werkerassistenz, Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz bilden hierfür eine leistungsfähige Kombination. Sie nehmen Mitarbeitenden keine Verantwortung ab, sondern schaffen die Voraussetzungen dafür, dass sie ihr Wissen und ihre Erfahrung dort einsetzen können, wo sie den größten Mehrwert erzeugen. Unternehmen, die diesen Perspektivwechsel vollziehen, investieren nicht nur in neue Technologien, sondern vor allem in die Zukunft ihrer Belegschaft. Denn der größte Effizienzhebel in der Produktion war nie ausschließlich die Maschine – und wird es auch künftig nicht sein. Er sitzt dort, wo Menschen ihr Know-how mit den Möglichkeiten moderner Technologie verbinden.“