Am ersten April beginnt an deutschen Universitäten das Sommersemester. Eine bezahlbare Wohnung zu finden, bleibt für Studentinnen und Studenten jedoch ein Problem. Das geht aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor.
Im Jahr 2040 fehlen rechnerisch über 200.000 Wohnheimplätze für Studentinnen und Studenten, wie eine IW-Analyse zeigt. Trotz der demografischen Alterung wird sich die Zahl der jungen Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren von 8,5 Millionen auf neun Millionen im Jahr 2040 erhöhen - genau in der Altersspanne, in der junge Menschen studieren oder eine Ausbildung machen. Doch schon heute wird mit 241.000 Wohnheimplätzen nur die Hälfte des errechneten Bedarfs abgedeckt.
Um die benötigten Plätze zu berechnen, hat das IW die Anzahl der Studierenden in Deutschland bis 2040 auf Basis der Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes geschätzt. Die Zahl wird mit der Unterbringungsquote multipliziert – also dem Anteil der Studierenden, die in Wohnheimen leben. Dabei wurde eine leichte Verbesserung der Quote auf 15 Prozent unterstellt.
Hoher Sanierungsbedarf bei Wohnheimen
„Um die Versorgungslücke zu schließen, müssen mehr Wohnheimplätze geschaffen werden. Der Investitionsbedarf ist enorm und ohne die staatliche Förderung nicht zu leisten“, sagt IW-Ökonom Philipp Deschermeier. Allein für die Sanierung werden etwa 2,8 Milliarden Euro benötigt. Denn in ganz Deutschland sind viele Studentenwohnheime modernisierungsbedürftig. In NRW etwa ist ein Viertel aller Wohnheime betroffen.
Doch ohne Förderung können es sich gemeinnützige und kirchliche Träger nicht leisten, ihre Wohnheime zu modernisieren. Zudem scheuen viele Träger die Ausgaben, da sie fälschlicherweise davon ausgehen, dass es künftig weniger junge Leute geben wird und sie dann mit leeren Wohnheimen dastehen könnten. Im Rahmen des Programms „Junges Wohnen” stellt der Bund seit 2023 jährlich 500 Millionen Euro zur Verfügung, um neue Wohnheimplätze zu schaffen. Diese Mittel werden 2027 verdoppelt. „Nur wenn diese Mittel auch dauerhaft fließen, kann genug Wohnraum für Studenten zur Verfügung gestellt werden”, sagt IW-Ökonom Deschermeier.