IP-Mittelstand

Business-News

Dienstleistungen: Expansive Personalplanungen

ifo Konjunkturperspektiven 9/2016 – 43. Jahrgang

I.
Im Dienstleistungssektor setzte sich die positive Entwicklung des Vormonats fort. Sowohl die Lage als auch die Perspektiven
wurden günstiger beurteilt. Der Klimaindikator stieg auf den höchsten Wert des laufenden Jahres. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Nachfrage spürbar zu. Die Firmen planten verstärkt, neue Mitarbeiter einzustellen.

II.
Bei einer verbesserten Geschäftslage im Transportwesen blickten die teilnehmenden Firmen zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Es dürfte vermehrt zusätzliches Personal eingestellt werden. Sowohl im Teilbereich Landverkehr als auch in der Güterbeförderung im Straßenverkehr überwogen zwar die optimistischen Stimmen deutlicher, jedoch waren die befragten Unternehmen nicht mehr ganz so zufrieden mit ihrer aktuellen Situation. Es wird erwartet, dass sich die Nachfrage in den kommenden Monaten zunehmend expansiv entwickeln wird. Im Bereich Spedition und sonstige Verkehrsdienstleistungen (einschließlich Logistik) blieben die Testteilnehmer bei ihren optimistischen Erwartungen. Darüber hinaus berichteten sie häufiger von einer guten Geschäftslage, so dass der Klimaindikator anstieg.
Der Personalaufbau soll forciert werden. Reisebüros und Reiseveranstalter konnten sich nach den negativen Entwicklungen der letzten zwei Monate wieder erholen. Zwar wurde die Geschäftslage weiterhin per Saldo als ungünstig eingestuft, aber die Zuversicht bezüglich der Entwicklungen in den kommenden Monaten kehrte zurück.  Der Klimaindikator überschritt nach lediglich einem Monat im negativen Bereich wieder die Nulllinie.
Im Grundstücks- und Wohnungswesen gab der Klimaindikator den zweiten Monat in Folge nach, befand sich aber weiterhin auf einem äußerst hohen Niveau. Die Mehrheit der befragten Unternehmen war zufrieden mit ihrer Geschäftssituation.
Der Optimismus der Firmen blieb ungebrochen. Nach wie vor sollen vielerorts die Preise erhöht werden. In den Architekturbüros war die Zufriedenheit mit der momentanen Situation in der seit 2005 laufenden Umfrage noch nie so ausgeprägt wie aktuell. Allerdings erwarteten weniger Firmen eine weitere Verbesserung der Situation.
Die Preise für die angebotenen Dienstleistungen sollen in den kommenden Monaten erhöht werden. Im Bereich der Ingenieurbüros gaben auf hohem Niveau beide Komponenten des Geschäftsklimaindikators leicht nach, so dass dieser ebenfalls niedriger ausfiel als zuletzt. Um den guten Auftragsbestand abzuarbeiten und eine erwartete expansive Nachfrage bedienen zu können, dürfte vermehrt neues Personal eingestellt werden Der Klimaindikator im Bereich der IT-Dienstleistungen erreichte den höchsten Wert seit Januar 2008. Bei einer hervorragenden Geschäftslage erwarteten die Firmen deutlich häufiger eine weitere Verbesserung. Der Auftragsbestand wurde ebenfalls zunehmend positiv beurteilt. Die befragten
Dienstleister rechneten vielerorts mit einer anziehenden Nachfrage in den kommenden Monaten. Wirtschaftsprüfer, Rechts- und Steuerberater waren nach wie vor zufrieden mit ihrer Situation und blickten etwas zuversichtlicher in die nahe Zukunft. In Erwartung zunehmender Nachfrage soll zusätzliches Personal eingestellt werden. Die Preise dürften angehoben werden. Unternehmens- und Public-Relations-Beratungen blickten mit gestiegenem Optimismus auf die kommenden Monate. Der
Klimaindikator verblieb dennoch unter seinem langjährigen Durchschnitt. Es wurden wieder vermehrt zusätzliche Personaleinstellungen geplant.
In der Werbebranche stieg der Klimaindikator etwas. Grund hierfür waren die Urteile der teilnehmenden Firmen zu ihrer aktuellen Geschäftssituation. Weniger Unternehmen gaben an, dass sie Personal eingestellt haben, und auch die Personalplanungen waren nicht mehr ganz so expansiv wie in den Sommermonaten.
Bei den Personaldienstleistern trübte sich das Geschäftsklima ein. Die optimistischen Erwartungen überwogen nicht mehr so deutlich wie im Vormonat. Auch die aktuelle Situation wurde seltener günstig eingestuft. Per Saldo war die Beschäftigtenzahl rückläufig gewesen, und auch die Personalplanungen blieben, verglichen mit dem langjährigen Mittelwert, verhalten.
Im Gastgewerbe wurde die Lage nicht mehr ganz so positiv bewertet wie zuletzt. Bei kaum veränderten Erwartungen gab der Klimaindikator dementsprechend nach. Im Teilbereich Beherbergungsgewerbe war dieselbe Entwicklung zu beobachten. Aufgrund der positiven Nachfrageerwartung soll etwas häufiger zusätzliches Personal eingestellt werden.
Die Gastronomen blickten mit gesteigerter Zuversicht auf das restliche Jahr, allerdings berichteten sie auch seltener von einer guten Geschäftslage. Dies führte zu einem Rückgang des Klimaindikators. In Erwartung einer steigenden Nachfrage waren die Personalplanungen so expansiv ausgerichtet wie seit über einem Jahr nicht mehr.
Der Optimismus im Bereich des Mobilien-Leasings nahm spürbar zu. Die Geschäftslage wurde lediglich etwas weniger günstig eingestuft, so dass der Klimaindikator sprunghaft anstieg. Die Preise sollen den Angaben zufolge nach wie vor auf Senkungen ausgerichtet bleiben.