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Dienstleistungen: Verbessertes Geschäftsklima

ifo Konjunkturperspektiven 8/2016 – 43. Jahrgang

I.
Im Dienstleistungssektor waren die befragten Unternehmen zufriedener mit ihrer aktuellen Situation und blickten zudem nochmals optimistischer auf den Geschäftsverlauf der kommenden Monate. Der Klimaindikator verbesserte sich auf den höchsten Wert des bisherigen Jahres. Die Firmen waren per Saldo zufrieden mit ihrem Auftragsbestand und erwarteten zunehmend für die nahe Zukunft eine steigende Nachfrage. Der Personalbestand dürfte dementsprechend ausgeweitet werden.

II.
Im Transportwesen erholte sich der Klimaindikator nach zweimaligem Rückgang. Zwar wurde die momentane Geschäftslage weniger häufig günstig bewertet, jedoch stieg die Zuversicht mit Blick auf die Entwicklungen der nächsten Monate. Dennoch wurden die personellen Expansionsbestrebungen der Unternehmen weiter zurückgenommen. Im Teilbereich Landverkehr äußerten die teilnehmenden Firmen, bei einer sich verbessernden Geschäftslage, häufiger optimistische Erwartungen. Zwar blieben die Personalplanungen vorsichtig, aber die Nachfrageerwartungen fielen deutlich positiver aus als zuletzt. In der Güterbeförderung im Straßenverkehr wurde die Geschäftslage weniger günstig eingeschätzt. Da die Erwartungen weiterhin nur knapp positiv blieben, gab der Klimaindikator merklich nach. Gegenüber dem Vorjahr entwickelte sich der Umsatz den Angaben zufolge negativ, und auch die Nachfrageerwartungen gaben erneut nach und waren somit bereits den dritten Monat in Folge unterdurchschnittlich. Der Personalaufbau dürfte nahezu zum Erliegen kommen. Im Bereich Spedition und sonstige Verkehrsdienstleistungen (einschließlich Logistik) verbesserte sich, dank günstigerer Perspektiven, das Geschäftsklima. Die Beurteilung des Auftragsbestands fiel merklich positiver aus als im langjährigen Durchschnitt. Für die kommenden Monate rechneten die Unternehmen vermehrt mit einer expansiven Nachfrageentwicklung. Reisebüros und Reiseveranstalter blickten zunehmend skeptisch auf die kommenden Monate. Auch mit der aktuellen Situation zeigten sich die Firmen per Saldo merklich
unzufriedener, nachdem diese noch im Vormonat günstig beurteilt wurde. Der Klimaindikator fiel weit in den negativen Bereich. Die Preissetzungsspielräume dürften deutlich geringer ausfallen.
Der Optimismus im Bereich der Architekturbüros war im August zwar nicht mehr so verbreitet wie im Vormonat, war jedoch weiterhin überdurchschnittlich stark ausgeprägt.
Die Geschäftslage stellte sich nach wie vor als hervorragend dar. Vielerorts waren die befragten Unternehmen zufrieden mit ihrer Auftragssituation und planten, ihren Personalbestand aufzustocken. Im Bereich der Ingenieurbüros stieg der Klimaindikator auf den höchsten Wert seit November letzten Jahres. Die Firmen waren äußerst zufrieden mit ihrer derzeitigen Geschäftssituation und blickten zuversichtlich in die nahe Zukunft. Bei der aktuell sehr guten Auftragslage blieben die Personalplanungen expansiv ausgerichtet.
Die Firmen des Bereichs IT-Dienstleistungen waren erneut weniger zufrieden mit ihrer Geschäftslage, blickten aber gleichzeitig häufiger mit Optimismus auf die kommenden Monate. Die Nachfrage ist im Vergleich zum Vorjahr vielerorts gestiegen, und die Firmen rechneten mit einer weiterhin positiven Entwicklung. Es dürfte nach wie vor zusätzliches Personal eingestellt werden.
Wirtschaftsprüfer, Rechts- und Steuerberater waren mehrheitlich zufrieden mit ihrer Situation. Der Klimaindikator gab auf hohem Niveau minimal nach. Der Auftragsbestand wurde günstig beurteilt, und für die nächsten Monate wurde mit einer steigenden Nachfrage gerechnet. Die Personalpolitik dürfte zunehmend expansiv ausgerichtet werden. Unternehmens- und Public-Relations-Beratungen waren in ihren optimistischen Erwartungen deutlich vorsichtiger. Trotz des leicht verbesserten Lageindikators verschlechterte sich das Geschäftsklima und unterschritt den langjährigen Mittelwert.
In der Werbebranche gab der Klimaindikator aufgrund beider Teilkomponenten nach. Die Beurteilung des Auftragsbestands fiel jedoch deutlich positiver aus als im langjährigen Mittel. Weiterhin soll verbreitet zusätzliches Personal eingestellt werden.
Die Personaldienstleister blickten mit gesteigertem Optimismus in die nahe Zukunft. Die Lage wurde ebenfalls günstiger beurteilt. Das Geschäftsklima verbesserte sich nach zwei Rückgängen in Folge. Für die kommenden Monate rechneten die Befragungsteilnehmer häufig mit anziehender Nachfrage. Dementsprechend soll auch die Personalpolitik ausgerichtet werden.
Im Gastgewerbe verbesserte sich der Klimaindikator auf den höchsten Wert des bisherigen Jahres. Insbesondere die aktuelle Lage wurde günstiger beurteilt. Im Teilbereich Beherbergungsgewerbe waren die Unternehmen mit ihrer Situation häufiger zufrieden und blickten nur etwas weniger optimistisch auf die kommenden Monate. Allerdings erwarteten sie nur vereinzelt steigende Nachfrage, so dass der Personalbestand nahezu stabil gehalten werden soll. In der Gastronomie verbesserte sich die Lage nach zwei unterdurchschnittlichen Monaten deutlich. Auch die Perspektiven wurden günstiger eingestuft. Der Klimaindikator stieg auf den höchsten Wert des Jahres. Per Saldo soll der Personalbestand nicht weiter verkleinert werden.
Im Bereich des Mobilien-Leasings gingen die optimistischen Urteile merklich zurück, allerdings zeigten sich die befragten Unternehmen auch weiterhin zufrieden mit ihrer Geschäftssituation. Die positiven Nachfrageerwartungen wurden erneut etwas zurückgenommen. Die Preisplanungen sollen den Angaben zufolge nach wie vor auf Senkungen ausgerichtet werden.