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„Eine europäische KI allein macht nicht digital souverän“

Wenn Cloud und KI in Europa gehostet werden, ist das Unternehmen dann digital souverän? Leider nein, denn souverän agieren kann nur derjenige, der vollständige Kontrolle über Prozesse, Technologie und Ergebnisse ausübt. Fehlen Überprüfbarkeit, Nachvollziehbarkeit und echte Entscheidungsfreiheit, bleiben Abhängigkeiten bestehen, gerade beim Einsatz von KI.

Wenn Cloud und KI in Europa gehostet werden, ist das Unternehmen dann digital souverän? Leider nein, denn souverän agieren kann nur derjenige, der vollständige Kontrolle über Prozesse, Technologie und Ergebnisse ausübt. Fehlen Überprüfbarkeit, Nachvollziehbarkeit und echte Entscheidungsfreiheit, bleiben Abhängigkeiten bestehen, gerade beim Einsatz von KI. 

 

„Souverän“ bedeutet im engeren Wortsinn, selbstbestimmt handeln und entscheiden zu können. Das erfordert klare Entscheidungsgrundlagen und Transparenz über die Ausgangsbedingungen und Folgen. Erst wenn klar ist, dass weder Personen noch Staaten oder Technologien unbemerkt Einfluss auf das eigene Unternehmen und seine Mitarbeitenden nehmen können, ist echte Souveränität erreicht. Die Betonung liegt dabei auf „unbemerkt“, denn in der heutigen Zeit lassen sich Abhängigkeiten nicht vermeiden. Es ist aber wichtig zu wissen, worin sie bestehen und wie sie sich auswirken. So behält ein Unternehmen seine Entscheidungshoheit und kann digital souverän handeln. 

 

Technologische Souveränität ist die Basis 

 

Vielfach verengt sich die Diskussion um digitale Souveränität auf die Standortwahl von Servern und die Nationalität von Software- und KI-Anbietern. Dahinter steht die Frage, wer technisch und rechtlich Zugriff auf Daten, Systeme und Infrastrukturen hat. Diese technologische Souveränität ist notwendig, um die eigene Infrastruktur und die eigenen Daten vor dem Zugriff fremder Akteure zu schützen. 

 

Dabei spielen zum einen die Rechtsräume sowie die Vorgaben der EU und nationaler Gesetze eine wichtige Rolle. Relevant sind aber auch Abhängigkeiten in den Lieferketten der eingesetzten Hardware und ihrer Komponenten. Es muss klar sein, wer die verwendeten Cloud-Plattformen betreibt und ob bei den eingesetzten Systemen ein Vendor-Lock-in besteht. 

 

Beim Einsatz von KI ist außerdem wichtig zu wissen, wer die eingesetzten KI-Modelle kontrolliert und ob sie wie jüngst bei Claude Fable 5 geschehen, aufgrund einer Exportkontroll-Anordnung des US-Handelsministeriums zeitweise vom Markt genommen werden können. All diese Aspekte gehören zur technologischen Souveränität. 

 

Kognitive Souveränität darf nicht fehlen 

 

Was oft beim Einsatz von KI übersehen wird, ist die kognitive Komponente von Souveränität: Lässt sich nachvollziehen, wie die Ergebnisse der KI entstehen? Auf welcher Datengrundlage arbeitet die KI? Kann ich festlegen, welche Daten sie verwendet? Und was geschieht mit den Daten, die das eigene Unternehmen der KI zur Verfügung stellt? Wer hat die Gewichtung vorgenommen und aufgrund welcher Annahmen? 

 

Diese kognitive Souveränität entsteht nur, wenn ein Unternehmen auch die Kontrolle über die Daten und die Funktionsweise der KI hat und sie nicht eigenständig agiert ‒ oder schlimmer noch ‒ niemand nachvollziehen kann, wie sie wirklich arbeitet. Sie ist insbesondere für regulierte Branchen sowie für eine verlässliche und effektive Nutzung von KI zwingend notwendig. Technologische und kognitive Souveränität beruhen auf einem gemeinsamen Fundament: einer geprüften, konsistenten und verlässlichen Datenbasis. Ohne sie nützt weder eine umfassende Kontrolle über Infrastruktur und Zugriffsrechte noch größtmögliche Transparenz über die Funktionsweise der KI. 

 

Dass diese Fragen älter sind als die aktuelle Debatte über KI und digitale Souveränität, zeigt das Beispiel des Münchner KI-Unternehmens moresophy. Seit über 25 Jahren beschäftigt es sich mit der strukturierten Erschließung von Informationen und der nachvollziehbaren Verknüpfung unterschiedlicher Datenquellen. Heute bietet das Unternehmen KI-Systeme an, bei denen Antworten nicht nur erzeugt, sondern auch begründet und überprüfbar gemacht werden. 

 

Dieses Prinzip – Nachvollziehbarkeit als Voraussetzung für Vertrauen – bleibt auch im Zeitalter generativer KI entscheidend. Denn wer nicht nachvollziehen kann, wie KI die zugrunde liegenden Daten interpretiert, Entscheidungen ableitet oder Ergebnisse erzeugt, bleibt abhängig – selbst wenn die Technologie formal in Europa betrieben wird. Europas Chance liegt deshalb nicht darin, amerikanische Ansätze zu kopieren oder immer größere zentrale Modelle aufzubauen. Sie liegt in vertrauenswürdigen KI-Systemen, die Datenverständnis, Transparenz und echte Kontrolle in den Mittelpunkt stellen. 

 

Die ab dem 2. August 2026 geltenden Transparenzpflichten des EU AI Act weisen deshalb in die richtige Richtung. Die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte allein reicht jedoch nicht aus, wenn weder die verwendeten Daten noch die Entstehung der Ergebnisse nachvollziehbar sind. 

Über Prof. Dr. Heiko Beier

Heiko Beier ist Geschäftsführer von moresophy und Professor für Digitale Medienkommunikation und Künstliche Intelligenz mit über 25 Jahren Erfahrung in der KI-gestützten Datenanalyse und Automatisierung von Geschäftsprozessen. Seine Expertise umfasst die Entwicklung erklärbarer KI-Lösungen, die sich nahtlos in Unternehmensprozesse integrieren lassen.

Über moresophy

moresophy ist ein innovativer Anbieter von hochmodernen KI-Lösungen, der Unternehmen dabei unterstützt, unstrukturierte Daten präzise zu analysieren und geschäftskritische Prozesse zu automatisieren. Mit über 20 Jahren Erfahrung und patentierter, DSGVO-konformer Technologie bietet moresophy maßgeschneiderte KI-Lösungen, die sich nahtlos in bestehende Datenwelten und Unternehmensprozesse integrieren lassen. Die Plattform vereint kontextsensitive Datenanalytik, maschinelles Lernen und KI-Methoden, um verlässliche, erklärbare Ergebnisse zu erzielen und den Schutz von Daten und geistigem Eigentum zu sichern. Unternehmen profitieren von einer gesteigerten Produktivität, um Kundenbeziehungen zu stärken und datengetriebene Geschäftsmodelle zu realisieren. 

Weitere Informationen unter www.moresophy.com