Schon in den nächsten zehn Jahren sorgt der Renteneintritt von Beschäftigten in systemrelevanten Berufen für Personalengpässe. Das zeigt eine neue Auswertung der ifo Niederlassung Dresden. „Der demografische Wandel wird besonders in Berufen, auf die wir als Gesellschaft täglich angewiesen sind – im Nahverkehr, in der Versorgung oder in der Pflege – in der nächsten Dekade deutlich spürbar sein“, sagt ifo-Forscher Ernst Glöckner.
In den 21 Berufsgruppen, die im Kontext der Corona-Pandemie als systemrelevant eingestuft wurden, sind 27 Prozent der Beschäftigten älter als 55 Jahre. Besonders Fahrer*innen im öffentlichen Verkehr und einige Gruppen medizinischer Fachkräfte haben einen besonders hohen Altersschnitt. Hier wird das Personal zunehmend knapp. Außerdem zeigt sich, dass sowohl alte als auch junge Beschäftigte häufig in Minijobs arbeiten.
Die Studie zur Altersstruktur in verschiedenen Berufsgruppen und Bundesländern basiert auf der Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit. Über alle 37 Berufshauptgruppen hinweg variiert der Anteil der über 55-Jährigen erheblich, von rund 15 bis 40 Prozent. Etwa ein Drittel aller Beschäftigten arbeitet in systemrelevanten Berufsgruppen. Obwohl die Menschen im Osten Deutschlands im Schnitt älter sind als im Westen, gibt es keinen Unterschied in der Altersstruktur der Beschäftigungsverhältnisse: Die Altersverteilung innerhalb einzelner Berufsgruppen sowie in systemrelevanten Tätigkeiten zeigt bundesweit ein weitgehend einheitliches Bild. Lediglich in den Stadtstaaten sind die Arbeitnehmer*innen etwas jünger.