Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft hat sich seit Jahresanfang verbessert. Demnach ist der ifo Geschäftsklimaindex für Bayern im Februar gestiegen auf minus 6,6 Punkte, nach minus 9,9 Punkten im Januar. „Die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft hinkte der gesamtdeutschen etwa zwei Jahre lang hinterher. Inzwischen liegt sie jedoch nahezu auf dem Niveau des bundesdeutschen Durchschnitts“, sagt ifo-Forscherin Daria Schaller.
Im Oktober 2024 lag das bayerische Geschäftsklima mit 9,8 Punkten Differenz am deutlichsten unter dem gesamtdeutschen. Bis Februar 2026 erholte sich das Geschäftsklima im Freistaat jedoch spürbar, während die gesamtdeutsche Stimmung im selben Zeitraum weitgehend stagnierte. Die Differenz schrumpfte in der Folge auf 0,2 Punkte. Die Erholung des Geschäftsklimas in Bayern geht vor allem auf eine weniger pessimistische Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe zurück. „Insbesondere fehlende Aufträge in der Automobilindustrie und bei der Herstellung elektrischer Ausrüstungen drückten lange Zeit auf die Stimmung in der bayerischen Wirtschaft. Inzwischen ist dort eine Erholung zu beobachten“, sagt Schaller.
Auch im Dienstleistungssektor kletterte das bayerische Geschäftsklima auf das gesamtdeutsche Niveau. Treiber waren vor allem die Bereiche Verkehr und Lagerhaltung. Im Handel, insbesondere im Einzelhandel mit Textilien und Möbeln, bewerten die bayerischen Unternehmen ihre Lage und Erwartungen zuletzt sogar besser als der deutsche Durchschnitt. Das regionale Geschäftsklima im bayerischen Bauhauptgewerbe liegt hingegen seit Juli 2020 durchweg unter dem deutschen Durchschnitt. Maßgeblich für die schlechtere Stimmung waren insbesondere der öffentliche und gewerbliche Hochbau sowie der Straßenbau. „Angesichts der weltpolitischen Ereignisse und den damit immer unklareren Rahmenbedingungen ist eine weitere Erholung keineswegs sicher“, sagt Schaller.
Während die deutsche Wirtschaft in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt stagnierte oder nur minimal wuchs, stand der traditionell international stark verflochtene Industriestandort Bayern besonders unter dem Einfluss der Krisen in der Welt und der globalen Nachfrageschwäche. Die bayerische Industrieproduktion verzeichnete einen deutlichen Rückgang, da Schlüsselbranchen wie der Automobilbau und der Maschinenbau durch hohe Energiekosten, US-Zölle und die schwächelnde Weltkonjunktur unter Druck gerieten.