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ifo Institut: Iran-Konflikt belastet Reisebranche stark

„Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten“, sagt ifo-Branchenexperte Patrick Höppner.

Das Geschäftsklima bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hat sich im März stark abgekühlt. Der Branchenindikator des ifo Instituts fiel auf minus 41,7 Punkte, nach minus 14,8 Punkten im Februar. Die Unternehmen beurteilten ihre aktuelle Lage erheblich zurückhaltender als noch im Februar, auch die Geschäftserwartungen haben sich deutlich verschlechtert. „Die geopolitische Situation führt zu hoher Verunsicherung bei Reisenden und Reiseunternehmen, besonders für Reisen über die Golfstaaten im Nahen Osten“, sagt ifo-Branchenexperte Patrick Höppner. 

Seit der Eskalation des Konflikts Ende Februar wurden für wichtige Transitländer mit Drehkreuzflughäfen in der Golfregion Reisewarnungen ausgesprochen: Viele Flugreisende mit Reisezielen in Asien steigen dort um. Nach Zahlen der Luftverkehrsstatistik des Statistischen Bundesamts hatten 2025 etwa 2,7 Millionen Flugpassagiere mit Start auf einem Hauptverkehrsflughafen in Deutschland ein erstes Streckenziel in Katar oder den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dies entsprach etwa 5,9 Prozent aller abfliegenden Passagiere mit einem ersten Streckenziel außerhalb der Europäischen Union. 

Mit der Türkei und Ägypten grenzen zudem zwei wichtige Reisezielländer an die Konfliktregion: 2025 flogen etwa 20,3 Prozent der Flugreisenden, die aus Deutschland in ein Zielland außerhalb der Europäischen Union reisten, in die Türkei. Der entsprechende Anteil lag für Ägypten bei etwa 4,8 Prozent. Die Monate Januar und Februar sind traditionell die buchungsstärksten Monate für Urlaubsreisen. „Viele Reisebüros und Reiseveranstalter mussten für bereits gebuchte Reisen in oder über Länder im Nahen Osten Umbuchungen oder Stornierungen vornehmen“, erklärt Höppner. 

Der Anteil der Reisebüros und Reiseveranstalter, der in den ifo Konjunkturumfragen für die kommenden Monate von steigenden Preisen für Reisedienstleistungen ausgeht, hat sich im März erhöht: Einer der Gründe ist der Anstieg der Treibstoffkosten in den vergangenen Wochen, der perspektivisch An- und Abreiseflüge verteuern kann. „Ein Anstieg der Inflationsrate dürfte die Reisebudgets vieler Urlauberinnen und Urlauber im weiteren Jahresverlauf belasten“, sagt Höppner.