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ifo Institut warnt vor struktureller Investitionsschwäche

„Die Investitionsschwäche offenbart ein Strukturproblem der deutschen Industrie. Die fehlende Dynamik der großen Industrien wie Maschinenbau und Autoindustrie kann nicht durch steigende Investitionen in dynamischen Bereichen wie Pharma- oder Halbleiterindustrie ausgeglichen werden. Das belastet die Wachstumsperspektiven der Industrie“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation.

Die Investitionsbereitschaft der deutschen Industrie bleibt insgesamt schwach. Das ergaben mehrere Untersuchungen des ifo Instituts. „Die Investitionsschwäche offenbart ein Strukturproblem der deutschen Industrie. Die fehlende Dynamik der großen Industrien wie Maschinenbau und Autoindustrie kann nicht durch steigende Investitionen in dynamischen Bereichen wie Pharma- oder Halbleiterindustrie ausgeglichen werden. Das belastet die Wachstumsperspektiven der Industrie“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. 

 

Neben Daten des Statistischen Bundesamts haben die ifo-Forscher*innen die Daten der ifo Konjunkturumfragen und aktueller im Netz präsentierter Investitionsprojekte ausgewertet. Ihrer Analyse zufolge planten Unternehmen 2025 mehrheitlich weniger Investitionen als im Vorjahr, auch für 2026 bleibt die Investitionsbereitschaft insgesamt schwach. Am aktuellen Rand sind jedoch Anzeichen für eine stärkere Investitionstätigkeit in zentralen Bereichen zu erkennen. In der Automobilbranche wird die Entwicklung vor allem durch Investitionen einzelner großer Unternehmen im Bereich Elektromobilität getrieben; in der Pharmaindustrie konzentrieren sich Investitionsprojekte vor allem auf den Ausbau von Forschung und Produktionskapazitäten in zukunftsträchtigen Therapiebereichen. Auch in der Metallherstellung liegen die Anzahl der Investitionsprojekte und das Investitionsvolumen über den Erwartungen. „Besonders stark sticht der Sonstige Fahrzeugbau heraus. Hier machen sich die stark gestiegenen Aufträge für Militärtechnik bemerkbar“, sagt ifo-Forscherin Amanda Woodman Deza. 

 

Für eine nachhaltige Trendwende müssten den ifo-Forscher*innen zufolge vor allem Rahmenbedingungen für bestehende Unternehmen und Förderung für disruptive Innovationen insbesondere in Hightech-Branchen verbessert werden. Entscheidend sind klare politische Strategien und Rahmenbedingungen für u. a. Dekarbonisierung und Digitalisierung, die nicht tagespolitischen Änderungen unterworfen sind. „Die Industrie braucht Planungssicherheit, sonst entsteht nicht die Dynamik, mit der sich die Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen wieder verbessert“, sagt Falck.