- Chinesische KI-Anwendungen kommen in den Unternehmen kaum zum Einsatz
- US-Anbieter bauen ihren Vorsprung weiter aus
- Bitkom veröffentlicht Studie zum KI-Einsatz in der deutschen Wirtschaft am 14. September
Chinesische KI-Modelle bestimmen seit Monaten mit Leistungssprüngen und geringen Kosten, aber auch mit Fragezeichen hinsichtlich Datenschutz und Cybersicherheit die öffentliche Debatte – dabei kommen sie in deutschen Unternehmen so gut wie nicht zum Einsatz. Gerade einmal 2 Prozent der Unternehmen, die KI einsetzen, nutzen DeepSeek, 1 Prozent Qwen von Alibaba. Damit liegen chinesische Anwendungen weit hinter den führenden Anbietern aus den USA. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
US-Anbieter bauen ihren Vorsprung aus
Die Rangfolge der genutzten KI-Anwendungen führt unverändert und mit großem Abstand ChatGPT von OpenAI an: 76 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen setzen es ein, nach 70 Prozent im Vorjahr. Dahinter folgen Microsoft Copilot mit 35 Prozent (2025: 28 Prozent) und Gemini von Google mit 28 Prozent (2025: 22 Prozent). Alle drei US-Anwendungen haben binnen eines Jahres zugelegt. Danach bricht das Feld ab: Llama von Meta erreicht 8 Prozent, die KI-Funktionen von SAP bzw. Joule 6 Prozent, Claude von Anthropic 3 Prozent der Unternehmen. Grok von xAI ist nicht einmal in jedem hundertsten deutschen Unternehmen im Einsatz. Kein befragtes Unternehmen gibt an, Modelle von Perplexity oder des führenden europäischen Anbieters Mistral mit Sitz in Frankreich zu nutzen. „Die deutsche Wirtschaft setzt bei Künstlicher Intelligenz derzeit fast ausschließlich auf Anwendungen aus den USA. Wer digitale Souveränität will, muss europäischen Anbietern eine Chance geben", sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Zugleich braucht nicht jede Aufgabe im Unternehmen das größte und neueste Modell. Für viele Anwendungen genügen spezialisierte, kleinere Systeme, die sich dann zudem kostengünstiger einsetzen lassen – gerade hier liegt auch eine Chance für europäische Anbieter."
Bitkom stellt Studie zum KI-Einsatz in der deutschen Wirtschaft am 14. September vor
Wie sich der KI-Einsatz in den Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt hat und wie viele Unternehmen in Deutschland aktuell KI einsetzen, welchen Beitrag KI zum Geschäftserfolg leistet, wie viel Geld die Unternehmen in diesem Jahr für KI ausgeben, welche Auswirkungen sie auf die Beschäftigung erwarten und wo die größten Hürden beim KI-Einsatz liegen – diese und weitere Ergebnisse stellt Bitkom am kommenden Montag, 14. September, um 9.30 Uhr in einer Online-Pressekonferenz vor. Journalistinnen und Journalisten können sich per Mail an a.streim@bitkom.org akkreditieren.