- 64 Prozent bewerten eigene Digitalkompetenz als gut oder sehr gut
- Aber: Fast jede dritte Lehrkraft fürchtet, dem technologischen Fortschritt nicht folgen zu können
- Rund ein Viertel will sich zu KI weiterbilden
Vom digitalen Tafelbild über Lernapps bis hin zu KI- und Medienbildung – Deutschlands Lehrkräfte fühlen sich für den digitalen Unterricht überwiegend gut gerüstet. 64 Prozent bewerten ihre eigenen Fähigkeiten, Unterricht digital zu gestalten, als „gut“ oder „sehr gut“. Im Durchschnitt geben sich die Lehrkräfte damit die Schulnote 2,3. Trotz der grundsätzlich positiven Selbsteinschätzung sorgt sich aber auch fast ein Drittel der Lehrkräfte (32 Prozent), dem rasanten Fortschritt digitaler Technologien nicht folgen zu können. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Jede fünfte Lehrkraft (21 Prozent) ist häufig unsicher, weil die eigene Schülerschaft mit neuen Technologien mitunter besser vertraut scheint. Zum Vergleich: In einer Bitkom-Befragung aus dem Jahr 2025 bewerteten Schülerinnen und Schüler die Digitalkompetenz ihrer Lehrkräfte im Durchschnitt mit der Note 2,9 – und damit etwas kritischer als die Lehrkräfte sich selbst. „Digitalkompetenz ist nichts, was man sich einmal aneignet und dann jahrelang abrufen kann. Entscheidend ist, dass Lehrkräfte unkompliziert und kontinuierlich die Möglichkeit bekommen und nutzen, ihr Wissen aufzufrischen und neue Anwendungen zu testen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Rund jede und jeder Sechste will sich nicht fortbilden – Mehrheit fordert Pflicht
Entsprechend groß ist bei vielen Lehrkräften der Wunsch, ihre Digitalkompetenzen weiter auszubauen. An erster Stelle steht der Jugendschutz im Netz, etwa zu Cybermobbing oder Cybergrooming: 41 Prozent würden sich hierzu gerne weiterbilden. Es folgen pädagogische Aspekte des digitalen Lernens mit 32 Prozent sowie Lernapps oder Lernsoftware mit 31 Prozent. Auch bei digitalen Tools für Planung, Organisation und Leistungsbewertung besteht Weiterbildungsinteresse: 29 Prozent der Lehrkräfte würden sich hierzu gerne schlau machen. Beim Thema Künstliche Intelligenz sind es 27 Prozent, bei Urheberrecht und Datenschutz 25 Prozent. Zu technischen Grundlagen wie der Bedienung und Funktionsweise von Geräten und Anwendungen wünschen sich 20 Prozent eine Weiterbildung. Gleichzeitig will sich mit 16 Prozent fast jede sechste Lehrkraft gar nicht zu digitalen Themen fortbilden.
„Mit KI und immer neuen digitalen Anwendungen verändert sich auch der Unterricht in hohem Tempo. Es reicht daher nicht, wenn sich nur ein Teil der Lehrkräfte fortbildet. Wer zeitgemäßen Unterricht will, muss Fortbildung zur Regel machen – mit praxisnahen Angeboten und festen Zeitbudgets. Digitalkompetenzen gehören verbindlich ins Studium, ins Referendariat und in die berufsbegleitende Weiterbildung von Lehrkräften“, so Wintergerst. Auch unter den Lehrkräften sprechen sich 78 Prozent für regelmäßige verpflichtende Fortbildungen zu digitalen Themen und Methoden aus.