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Medienbildung: Nur jede vierte Lehrkraft sieht Schulen beim Thema Social Media gut aufgestellt

Viele Lehrkräfte sehen die Schulen in der Pflicht, mehr Medienkompetenz zu vermitteln: 35 Prozent finden, Social Media sollte stärker in den Unterricht integriert werden.

  • 3 von 5 erleben Belastung des Schulalltags durch Konflikte rund um Social Media
  • Nur eine Minderheit will Social-Media-Verbote in Schulen
  • Erste Schulen bieten Medienbildung für Eltern an
  • Morgen will von der Leyen einen EU-Vorschlag zu Altersgrenzen für Social Media vorstellen

Lernvideos ansehen oder sich zu Hausaufgaben austauschen, mit Fake News und manchmal gemeinen Kommentaren umgehen müssen – soziale Medien gehören längst zum Alltag von Schülerinnen und Schülern. Doch bei der Vermittlung eines sicheren und verantwortungsvollen Umgangs mit ihnen sehen viele Lehrkräfte Nachholbedarf: Nur knapp ein Viertel (24 Prozent) hält Schulen für ausreichend darauf vorbereitet, Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Social Media zu vermitteln. Dabei sagen 59 Prozent, dass Konflikte mit sozialen Medien, etwa Cybermobbing, den Schulalltag belasten. Viele Lehrkräfte sehen die Schulen in der Pflicht, mehr Medienkompetenz zu vermitteln: 35 Prozent finden, Social Media sollte stärker in den Unterricht integriert werden. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter 501 Lehrerinnen und Lehrern der Sekundarstufen I und II in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. 

Für pauschale Verbote spricht sich nur eine Minderheit aus: 29 Prozent sind der Ansicht, die private Social-Media-Nutzung sollte in der Schule verboten sein. „Social Media gehört zur Lebenswelt junger Menschen – deshalb muss Schule sie dazu befähigen, sich dort sicher, kritisch und selbstbestimmt zu bewegen. Dafür braucht es verbindliche Medienbildung und einschlägig qualifizierte Lehrkräfte“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Medienbildung ist eine Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft. Lehrkräfte brauchen passende Fortbildungen und Unterstützung, und auch Eltern müssen stärker einbezogen werden. Nur wenn Schule und Elternhaus an einem Strang ziehen, können Kinder und Jugendliche einen souveränen Umgang mit digitalen Medien entwickeln.“ Bislang werden Eltern eher selten einbezogen: Lediglich 5 Prozent der Lehrkräfte geben an, dass ihre Schule Angebote zur Medienbildung für Eltern macht.